Man mag es kaum glauben, aber auch Heutzutage wird hin und wieder das gute alte DOS benötigt. Z.B. beim Flashen eines BIOS oder eines RAID-Controllers. Doch woher nehmen, wenn kein Diskettenlaufwerk zur Verfügung steht? USB-Stick oder CD-Laufwerk wäre eine Alternative. Doch wenn der einzurichtende Rechner später sowieso per LAN booten soll, warum dann nicht auch per LAN? Eine kurze Anleitung dazu möchte ich gern hier geben:
Voraussetzung:
- Ein Rechner (möglichst Linux) mit eingerichtetem DHCP- und TFTP-Server
- Ein Windows, mit dem das Bootimage erstellt werden kann. Es reicht hierzu auch eine virtuelle Maschine mit virtuellem Diskettenlaufwerk
Ablauf:
1. Zuerst muss natürlich die “Bootdiskette” erstellt werden. Dazu kann man sich einem Bootimages von bootdisk.com bedienen.
2. Nach Erstellen der Bootdiskette kann diese noch mit zusätzlichen Programmen bestückt werden, sodass ein Flashen möglich wird.
3. Nun muss nur noch ein Bootimage für den Bootserver erstellt werden. Dazu bietet 3com eine Software an, die diese Aufgabe übernimmt. Leider ist auch diese Software nur für Windows erhältlich. In diesem Paket ist eine Vielzahl an Paketen enthalten. Benötigt wird jedoch nur das Tool “imgedit”.
3.1. Nach dem Starten des Tools wandelt man die eingelegte Diskette zu einem Image. Dazu wählt man den Punkt “Create TCP/IP or PXE image file”.

Anschließend wählt man das Ziel des Images sowie die Quelle aus.

3.2. Anschließend muss noch das PXE-Menu-File erstellt werden. Dazu wählt man einfach den Punkt “Create PXE menu from file” und fügt das erstellte Image hinzu. Die daraus resultierende Datei ist das Boot-File für den DHCP-Server.
4. DHCP-Server konfigurieren: Wenn man Linux und den DHCP3-Server einsetzt, so lädt man einfach die zwei erstellten Dateien (hier mba.pxe für das PXE-Menü und dos.img für das Boot-Image) in das Root-Verzeichnis des TFTP-Servers. Anschließend trägt man für den zu bootenden Server als Boot-File die PXE-Datei ein:
group {
allow bootp;
allow booting;
next-server 10.10.10.1;
filename "mba.pxe";
host server1 {
hardware ethernet 00:e0:81:46:67:c1;
fixed-address 10.10.10.2;
server-name server1;
}
}